Sibirscher Kälte und schlechtesten Strassenverhältnissen sollte sie trotzen: Mit ihrem robusten Zweitaktmotor behauptete sich die Ish Typ 49 Anfang der Fünfziger in den Weiten der Tundra. Dabei lässt sich die Geschichte der Maschine aus Ishewsk bis ins DKW-Werk zurückverfolgen.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ergriffen die Sowjets als Besatzungsmacht in der DKW-Stadt Zschopau die Gelegenheit beim Schopfe und verfrachteten etliche Produktionsgeräte und den Konstrukteursstab um Herman Weber im Rahmen einer Reparationsmassnahme über Umwege nach Ishewsk. Dort arbeitete er mit seinem Team am Aufbau einer modernen Motorradindustrie, zu der bald auch die Produktion der Ish Typ 49 zählte. Im russischen Planungsbüro in Chemnitz beschäftigte sich zur gleichen Zeit eine andere Gruppe aus dem ehemaligen DKW-Mitarbeiterstab mit einer Weiterentwicklung des DKW-Modells NZ 350. Sie erhielt später den Namen Ish Typ 49.